Transportbelastung: Dmytro Lubinets kritisierte die neuen Zölle in Kiew und verglich sie mit europäischen Zöllen.

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Die Erhöhung der Fahrpreise im öffentlichen Nahverkehr in Kiew auf 30 Hrywnja hat eine scharfe Reaktion des Menschenrechtsbeauftragten der Werchowna Rada, Dmytro Lubinets, hervorgerufen. Der Ombudsmann bezeichnete die Entscheidung der Kiewer Behörden als wirtschaftlich ungerechtfertigt und als übermäßige finanzielle Belastung für die Bevölkerung unter Kriegsrecht.

Laut dem Menschenrechtsaktivisten handelt es sich bei einer sofortigen Erhöhung der Tarife um das 3,75-Fache nicht um eine Verkehrsreform, sondern vielmehr um eine Übertragung der finanziellen Probleme der Versorgungsunternehmen auf die Schultern der einfachen Bürger, deren Realeinkommen nicht steigen.

Die wichtigsten Punkte der Stellungnahme des Ombudsmanns:

  • Kettenreaktion in der Wirtschaft: Nach den Preiserhöhungen im öffentlichen Nahverkehr werden auch die Preise für private Minibusse, Vorortbusse und Taxis steigen. Dies wird zu höheren Preisen für Lieferdienste und einer allgemeinen Beschleunigung der Inflation führen.

  • Auswirkungen auf das Familienbudget: Für einen Arbeitnehmer bedeuten die neuen Tarife monatliche Mehrkosten in Höhe von mehreren Tausend Hrywnja. Wenn zwei oder drei Personen einer Familie täglich öffentliche Verkehrsmittel nutzen, erhöhen sich die jährlichen Gesamtkosten um Zehntausende Hrywnja.

  • Das Beispiel Charkiw als sozialer Bezugspunkt: Dmytro Lubinets nannte Charkiw als Beispiel, das trotz täglicher russischer Bombardierungen und erheblicher Zerstörung der Infrastruktur weiterhin kostenlosen öffentlichen Nahverkehr für seine Einwohner anbietet.

Vergleich der Kosten von Monatskarten für unbegrenzte Fahrten in Europa

Die größte Resonanz in der Stellungnahme des Ombudsmanns entstand durch den Vergleich der Kosten des Kiewer Fahrscheins mit denen anderer europäischer Hauptstädte. Aufgrund der Einführung eines monatlichen Festpreises für unbegrenzte Fahrten in Kiew in Höhe von … 3 Griwna (etwa 82 Euro), die Hauptstadt der Ukraine zählt laut diesem Indikator zu den zehn teuersten Städten Europas und liegt damit vor weitaus reicheren Megastädten.

Stadt (Land) Kosten einer Monatskarte für unbegrenzte Fahrten (in Euro)* Durchschnittliches monatliches Nettogehalt (in Euro) Verhältnis der Reisekosten zum Durchschnittsgehalt
Kiew (Ukraine) ~ 82 € (101.543 UAH) ~815 € (36.300 UAH) ~ 10%
Kopenhagen (Dänemark) ~ 75 € (550 DKK) ~3 € ~ 2,1%
Helsinki (Finnland) ~ 70 € ~2 € ~ 2,5%
Vitten (Österreich) ~ 51 € (wenn Sie ein Jahresklimaticket kaufen) ~2 € ~ 2,1%

*Hinweis: Die Kosten in Euro sind zum offiziellen NBU-Wechselkurs vom Juli 2026 angegeben. Zum Vergleich: Wien nutzt das Jahreskartenmodell (Klimaticket), das aufgrund seiner Erschwinglichkeit bei Einheimischen sehr beliebt ist.

Dmytro Lubinets fasste zusammen, dass es falsch sei, nur den Nominalpreis einer Eintrittskarte zu vergleichen – das entscheidende Kriterium müsse die Kaufkraft der Bevölkerung sein. In europäischen Ländern mache der Ticketpreis nur einen Bruchteil des durchschnittlichen Einkommens der Bürger aus, während er in Kiew bis zu 10 % des Budgets eines durchschnittlichen Arbeitnehmers verschlinge.